Präsenzsensoren sind im Smart Home längst Standard. Sie schalten Licht oder melden, ob noch jemand im Raum ist. Wer aber nicht nur ganze Räume, sondern einzelne Bereiche darin automatisieren will, landet schnell in einer Nische: bei Sensoren mit Zonen-Karten. Genau hier hat Aqara vor drei Jahren mit dem FP2 vorgelegt.
Jetzt steht der Nachfolger bereit. Der FP400 soll mehr Personen gleichzeitig erfassen, eine größere Fläche abdecken und dabei weniger Fehlauslösungen liefern. Zwischen FP2 und FP400 kam noch der batteriebetriebene FP300 auf den Markt, der allerdings auf Zonen verzichtet. Im Test deckt der neue Sensor im offenen Erdgeschoss aus einer Ecke heraus drei Räume ab und ersetzt damit drei einzelne Melder.
Aqara FP400: was der Nachfolger des FP2 kann
Der Aqara FP400 setzt auf ein überarbeitetes 60-GHz-mmWave-Radar, das genauer erfassen soll als im FP2. Die Zahl der gleichzeitig erkannten Personen steigt von 5 auf bis zu 10. Die abgedeckte Fläche wächst von 40 Quadratmetern auf 8 x 10 Meter, also rund 80 Quadratmeter. Das Raster für die Zonen verfeinert sich auf 0,5 x 0,5 Meter, die Abdeckung liegt bei 120 Grad.
Äußerlich bleibt fast alles beim Alten. Das Gehäuse ist mit 64 x 64 x 29,5 Millimetern baugleich zum FP2, einziger sichtbarer Unterschied ist die 400 im Logo. Neu ist die Schutzart IPX5. Der Betrieb ist laut Hersteller bei -10 bis 50 Grad Celsius und 0 bis 95 Prozent Luftfeuchte möglich, nicht kondensierend. Der Sensor wird an Wand, Decke oder über eine 45-Grad-Platte in der Ecke montiert. Ein Gelenk erlaubt die freie Ausrichtung, Magnetplatte, Schrauben, Klebeband und ein USB-A-auf-USB-C-Kabel liegen bei. Ein Netzteil mit 5 V und 1 A fehlt im Lieferumfang. Für Lampenschienen gibt es wie beim FP2 separate Montageadapter.

Der Helligkeitssensor ist weiterhin an Bord. Gizmodo zählt in seinem Test das präzise Tracking von bis zu zehn Personen, die vielen Automatisierungs-Trigger und die Matter-Kompatibilität zu den Stärken. Positiv vermerkt das Review auch, dass die mmWave-Erkennung selbst ohne Internetverbindung auskommt.
Zonen, die wirklich halten
Im Test hängt der FP400 in einer Ecke des offenen Erdgeschosses und deckt von dort Esszimmer, Wohnzimmer und Küche ab. Das feine Raster hilft, die Zonen sauber auf die einzelnen Bereiche zu legen. Läuft eine Person über eine Zonengrenze, springt das Licht im neuen Bereich sofort an.
Bei der Einrichtung hilft die App nun deutlich stärker. Sie zeichnet die Zonengrenzen beim einmaligen Abgehen des Raums selbst ein. Störquellen wie eine Deckenleuchte oder Gardinen lassen sich auf der Karte als Quelle markieren, der Bereich wird dann automatisch ausgegrenzt.
Das FP2 neigte zu Geistern, also gemeldeten Positionen ohne reale Person. Beim FP400 habe ich bisher noch kein Ghosting beobachtet und war gerade was das angeht wirklich positiv überrascht. Auch der Hund und der Saugroboter tauchen nicht in der Erkennung auf. Vorsicht ist nur bei der KI-Hochpräzisionserkennung in den erweiterten Einstellungen geboten. Mit aktiviertem Haken wurde ich selbst als Störquelle eingestuft und meine Frau in der Küche als Haustier. Ohne diese Option läuft die Erkennung für mich deutlich zuverlässiger. Ausserdem ist die Reaktionsgeschwindigkeit ohne die zusätzliche KI Unterstützung merklich zügiger.
Zwei Funktionen vermisse ich. Die Sturzerkennung des FP2 bei Deckenmontage ist beim FP400 nicht zu finden. Auch die auf der CES angekündigte Haltungserkennung für Stehend, Sitzend und Liegend fehlt aktuell, die FAQ der App nennt nur Präsenz. Ob hier per Update noch etwas nachkommt, ist offen.
Thread, Zigbee und die Aqara-Hub-Abhängigkeit
Der FP400 lässt sich wahlweise über Zigbee oder Thread anbinden, der FP2 setzte noch auf WLAN. Die Ersteinrichtung über Thread scheiterte im Test zunächst an der Firmware. Die App monierte die Ausrichtung des Sensors, obwohl das Logo waagerecht stand. Über Zigbee lief die Einrichtung dagegen sofort durch. Später klappte auch der Weg über Matter over Thread direkt in Home Assistant.

