Meine drei Mülltonnen standen bisher einfach offen herum. Bei starkem Wind sind sie auch mal umgekippt, und schön sah das ohnehin nicht aus. Fertige Mülltonnenboxen in guter Qualität kosten ordentlich Geld. Beim Stöbern auf GitHub bin ich dann auf das Projekt TrashStation von Frickelzeug gestoßen: eine Mülltonnen-Einhausung auf Basis eines elektrisch höhenverstellbaren Schreibtischgestells. Die Idee hat mich sofort überzeugt, also habe ich sie nachgebaut – mit ESPHome, einer eigenen Platine und voller Integration in Home Assistant.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie ich die Actiforce-Steuerung meines Tischgestells mit einem ESP32 D1 Mini, zwei Relais und einem WS2812B LED-Streifen smart gemacht habe – ohne die Originalsteuerung zu verändern.
Das Video zum Projekt
Das Konzept: parallel statt umgebaut
Das Actiforce-Gestell besteht aus einem Netzteil, dem 24-V-Motor und der Original-Bedienung mit zwei Tasten: hoch und runter. Mehr kann der Tisch nicht.
Ich hatte zwei Möglichkeiten: die Signale der Originalsteuerung abgreifen oder eine eigene Steuerung parallel dazwischenschalten. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden. Der Grund: Ich wollte die Originalbedienung unbedingt behalten. Fällt die Smart-Home-Steuerung einmal aus, funktioniert der Tisch weiterhin ganz normal über die Original-Tasten – und umgekehrt.
Die Verbindung zwischen Motor und Bedienteil läuft über ein vieradriges RJ11-Kabel. Statt direkt in die Bedienung geht dieses Kabel jetzt zuerst in meine Platine und von dort über eine zweite RJ11-Buchse weiter zur Original-Bedienung. Zwei Relais auf der Platine simulieren einfach einen Tastendruck: eines für hoch, eines für runter.
Was der smarte Tisch jetzt kann
- Steuerung per Home Assistant, App oder Sprachassistent
- Automatische Fahrt nach oben und unten per Knopfdruck oder Automatisierung
- Reed-Kontakt erkennt zuverlässig die untere Endlage
- Aufwärtsfahrt zeitbasiert (Laufzeit frei einstellbar)
- LED-Lauflicht während der Fahrt: rot = fährt, kurz grün und dann dauerhaft warmweiß = oben angekommen, aus = unten angekommen
- LEDs nur bei Dämmerung und Nacht aktiv – berechnet über den Sonnenstand, kein Lichtsensor nötig
- Auto-Close: Der Tisch fährt nach einer einstellbaren Zeit (bei mir 5 Minuten) automatisch wieder runter
- Beleuchteter Taster: hoch/runter im Wechsel und Stopp während der Fahrt
- Funktioniert auch ohne WLAN komplett über den Taster
- Interlock verhindert, dass beide Relais gleichzeitig schalten
Die Hardware
Herzstück ist die SmarthomeYourself-Platine für den ESP32 D1 Mini. Sie ist so gut wie fertig – du musst nur ein paar Bauteile auflöten und ESPHome auf den ESP32 spielen. Das Löten ist wirklich einfach, davor brauchst du keine Angst zu haben.
Bauteile für die Platine:
- 1x ESP32 D1 Mini
- 2x Relais Songle SRD-05VDC-SL-C (5 V)
- 2x Transistor 2N2222 (Q1, Q2)
- 2x Diode 1N4148 (D1, D2)
- 2x Widerstand 1 kΩ (R1, R2)
- 2x Widerstand 10 kΩ (R3, R4)
- 2x RJ11-Buchse (vieradrig)
- 1x Schraubklemme für die 5-V-Versorgung
- Pinheader (5-V-, 3,3-V- und GND-Block sowie freie GPIOs)
Dazu kommen:
- WS2812B LED-Streifen (5 V)
- Reed-Kontakt für die untere Endlage
- Beleuchteter Taster
- 5-V-Netzteil
Ein Hinweis zu den RJ11-Buchsen: Es gibt vier- und sechsadrige Varianten. Die sechsadrigen passen auch – ich habe bei mir die beiden äußeren Pins entfernt.
Für die Platine gibt es außerdem ein passendes Gehäuse aus dem 3D-Drucker. Die STL-Datei findest du im GitHub-Repository.
GPIO-Belegung (ESP32 D1 Mini)
- GPIO19 (D6) → Relais hoch
- GPIO18 (D5) → Relais runter
- GPIO23 (D7) → Taster (gegen GND)
- GPIO16 (D4) → WS2812B Datenleitung
- GPIO33 → Reed-Kontakt untere Endlage (gegen GND)
GPIO25, GPIO26, GPIO32 und weitere Pins sind auf der Platine frei herausgeführt – zum Beispiel für Temperatursensoren oder andere Erweiterungen.
Die ESPHome-Konfiguration

