Mittags geht der PV-Überschuss fast verschenkt ins Netz, am Abend kaufst du denselben Strom teuer zurück. Ein vorhandener Wechselrichter ohne Akku-Unterstützung kann daran nichts ändern. Der SAMDUO Nex E6000 schon: Der AC-gekoppelte Speicher hängt einfach an der Steckdose und lässt deine bestehende Anlage unangetastet. Den kompletten Praxistest siehst du im Video, dieser Artikel ergänzt die technischen Hintergründe.
SAMDUO Nex E6000: die Fakten
| Eigenschaften | SAMDUO Nex E6000 |
|---|---|
| Kapazität | 6028 Wh LiFePO4, ≥ 10.000 Zyklen |
| Auslegung / Garantie | 15 Jahre / 10 Jahre (Herstellerbedingungen) |
| AC-Laden | 2600 W |
| Netzeinspeisung | 800 W ab Werk, per App bis 2600 W |
| Off-Grid | bis 2600 W über 2 Steckdosen, unabhängig von der Netzeinspeisung |
| Spitzenleistung | 3640 VA (10 Sekunden) |
| Schnittstellen | Wi-Fi 2,4 GHz, Bluetooth, LAN, RS485 |
| Betrieb | 25 dB, IP65, -20 bis 55 °C |
| Abmessungen | 842,5 × 500 × 119,5 mm, 11,9 cm Tiefe |
| Gewicht | 59 kg |
| Aufbau | Wandmontage an tragfähiger Wand möglich |
| Lieferumfang | Montagesatz, Schuko-AC-Kabel (1,5 m), Kurzanleitung, Sicherheitsinfo, Garantiekarte |
| Auszeichnung | Red Dot Design Award 2026 |

Als kompakte Alternative in Würfelform gibt es den Nex E6000H mit denselben Kernwerten, beworben mit „23 L kompakt“, zum gleichen Preis von 1.799 €. Für größere Anlagen gibt es den P2800 Pro (3600 W PV-Eingang, 2400 W bidirektional AC, 2,73 bis 16,4 kWh) und die stapelbare Erweiterungsbatterie BP2800 mit 2,73 kWh.

Erweiterung mit Power Mesh
Am E6000 selbst lassen sich keine Zusatzakkumodule anstecken. Stattdessen vernetzt PowerMesh bis zu 15 Geräte zu einem System mit bis zu 90 kWh Systemkapazität. Ein einziger gemeinsamer Zähler am Netzanschluss reicht dabei für alle Einheiten, und die zulässige Einspeiseleistung steigt durch den Verbund nicht an. Einen PV-Eingang hat der E6000 nicht, die Kopplung läuft ausschließlich über AC.
Smart Meter und Betriebsmodi
Ohne Zähler fährt der Speicher feste Lade- und Entladezeitpläne. Die automatische Eigenverbrauchs- und Nulleinspeisungs-Regelung braucht dagegen einen Zähler am Netzanschlusspunkt. Der Smart Meter von SAMDUO ist 3-phasig, sitzt auf der Hutschiene, spricht WLAN, Bluetooth und LAN und kostet 129 €. Der Einbau im Zählerschrank gehört in fachkundige Hände. Als Alternativen zeige ich im Video den Shelly Pro 3EM und den HomeWizard P1 Meter, ein eigenes P1 Meter von SAMDUO kostet 39 €. Mehrere Speicher im System teilen sich einen einzigen Zähler.
Messwerte aus dem Test
Meine eigenen Messungen über 20 Tage ergaben: 70,5 kWh gingen in den Speicher, 60,4 kWh kamen wieder heraus. Das ergibt einen Round-Trip-Wirkungsgrad von 85,7 %, sprich 14,3 % Verlust. Der Hausanschluss pendelt sich im Alltag auf etwa ±50 W ein. Kurze Ausreißer beim Einschalten größerer Verbraucher regelt der Akku sofort nach, „null am Zähler auf das letzte Watt“ gibt es zwar nicht, aber das ist meiner Meinung nach auch nicht notwendig. Der Überschuss wird vom System sauber zwischengespeichert und bei Bedarf entsprechend abgegeben, wodurch mein Eigenverbrauch merklich angestiegen und die Einspeisung nahe Null gekommen ist. Und das ist es auch, worauf es mir bei so einem System ankommt.


Die App finde ich intuitiv und übersichtlich. Netzwerk-Infos gibt es allerdings nur zum WLAN, die LAN-IP findest du am Router. Der Test mit komplett gesperrtem Internetzugang und die Geschichte hinter einem gemeldeten Firmware-Fehler kommen im Video.
Home Assistant ohne Cloud
Der einfachste Weg führt vermutlich über die HACS-Integration ha-samduo-local. Sie arbeitet komplett lokal ohne Cloud und spricht den Speicher über TCP-Port 3335 im LAN an. 11 Ladestrategien reichen von „null am Zähler“ bis zum Trading auf dynamische Strompreise, für die Zähler-Modi brauchst du einen Grid-Power-Sensor. Geräte findet sie per mDNS automatisch, eine manuelle IP geht auch. Getestet ist die Integration mit E6000 und E6000H, Voraussetzung ist Home Assistant ab Version 2025.3+.
Zwei Punkte solltest du vorab kennen. Der Schalter „HEMS Managed“ muss in der SAMDUO-App ausgeschaltet sein, sonst ignoriert der Akku jede Steuerung von außen. Die Integration erkennt das und wirft einen Reparatur-Hinweis. Außerdem beantwortet der Akku immer nur eine TCP-Verbindung gleichzeitig. Solange die App offen ist, pausieren die Sensoren in Home Assistant, nach dem Schließen verbindet sich die Integration automatisch neu.
Mit der Integration entfallen die folgenden manuellen Codes komplett. Sie sind für alle gedacht, die nur Sensorwerte auslesen und bewusst ohne Integration arbeiten wollen.
Python Script für API Aufruf (/homeassistant/python_scripts/samduo_e6000.py)
Ein einziges Script fragt per Socket den vollständigen Datensatz als JSON ab.
Ein Aufruf dieses Scripts erfolgt alle 5 Sekunden durch den Command-Line Sensor und holt alle Daten mit einer einzigen Abfrage. Template-Sensoren ermitteln sich daraus dann Leistung, Lade- und Entladeenergie, SOH, Temperatur und Ladezustand als Einzelwerte.



