SwitchBot hat mit dem AI MindClip einen winzigen KI-Rechner für den Kragen vorgestellt, der alles aufnimmt, was ihr sagt, und daraus automatisch Transkripte, Zusammenfassungen, Aufgaben und Termine macht. Ich hatte das Gerät die letzten Wochen im Test. Hier ist der komplette Einblick.
Was ist der AI MindClip?
Im Kern handelt es sich um ein tragbares Aufnahmegerät. Es wiegt16,8 Gramm und lässt sich einfach an ein T-Shirt, Hemd oder Jacke anstecken. Das Mikrofon wird über einen Schalter am Gerät ein- bzw ausgeschaltet. Eine LED zeigt an, dass aufgenommen wird. Der interne Speicher von 64 GB reicht laut SwitchBot für mehr als 20 Stunden Aufnahmen. Das Mikro ist auf einen Bereich von rund 3 Metern ausgelegt.
Im Kern unterscheidet sich der MindClip von einem normalen Diktiergerät vor allem durch das, was nach der Aufnahme passiert. Die Aufnahme bleibt zunächst komplett auf dem Clip. Erst wenn sich der Clip mit der App verbindet, lädt die App die Aufnahme verschlüsselt in die SwitchBot-Cloud hoch. Dort läuft dann die Verarbeitung: Die KI erstellt aus dem Gesprochenen ein Transkript, fasst es als Zusammenfassung zusammen und zieht daraus Aufgaben und Termine heraus.

Die App in der Praxis
Die App braucht eine kurze Eingewöhnung, weil Rohmaterial, Zusammenfassungen und Termine parallel existieren. Danach ergibt das Layout Sinn: Die Startseite zeigt chronologisch die Aufnahmen des Tages plus alle offenen Todos aus früheren Aufnahmen. Die Aufnahmen tragen sprechende KI-Titel, an denen ihr sofort erkennt, um welches Gespräch es ging.
In der Detailansicht gibt es drei Reiter: Zusammenfassung, Markierungen (mit den Todos) und das vollständige Transkript. An jedem Todo entscheidet ihr einzeln, ob es in den Kalender wandert. Tasks lassen sich mit Labels gruppieren, zum Beispiel privat und Arbeit.
Stärkster Punkt des Tests: Termine werden aus dem Gespräch erkannt und landen als Klick-Vorschlag im Kalender. Spricht jemand „lass uns am Dienstag um 14 Uhr weiterreden“, findet die KI diese Info und schlägt den Termin vor. Das hat zuverlässig funktioniert und ist für mich der eigentliche Mehrwert.
Neben der App gibt es übrigens auch eine Web-Oberfläche über die sich die Aufnahmen verwalten lassen.

Spracherkennung und Ask AI
Die deutsche Erkennung arbeitet ordentlich, aber nicht fehlerfrei: Namen, Marken und Fachbegriffe klingen manchmal seltsam. Aus Jenny wurde gelegentlich ein Jörg. Spannend: Trotz falscher Schreibweise im Transkript hat die Ask-AI-Funktion meine Fragen korrekt beantwortet, weil sie Inhalte besser versteht als das Transkript nahelegt. Die Sprecher-Trennung ist noch durchwachsen, selbst bei allein gesprochenen Aufnahmen erkannte die KI bis zu drei Sprecher.
Zur Verbesserung gibt es ein Glossar mit Fachbegriffen plus eigene Einträge (auf 100 Begriffe begrenzt, das ist knapp) und ein Stimmabdruck-Feature in der Beta, mit dem wiederkehrende Sprecher hinterlegt werden.
Im Video dazu habe ich die App live in Aktion gezeigt: Aufnahme, Transkript, Termin-Erkennung und die Ask-AI-Fragen im echten Test. Hier der komplette Durchlauf:



