Eine Fernbedienung für Home Assistant klingt im ersten Moment vielleicht überflüssig. Schließlich lassen sich Abläufe automatisieren, Geräte per App steuern oder über ein Wanddisplay bedienen. In der Praxis gibt es aber immer wieder Situationen, in denen ich schnell und gezielt eingreifen möchte. Genau dafür wurde die Astrion entwickelt, und zwar explizit für Home Assistant, was sie für mich noch wesentlich spannender macht.
Die Astrion kombiniert einen Touchscreen mit physischen Tasten und bindet sich direkt in Home Assistant ein. Besonders spannend ist die Sprachsteuerung über Home Assistant Assist. In meinem Test schaue ich mir an, wie gut das Konzept funktioniert und an welchen Stellen die Fernbedienung noch Luft nach oben hat.
Was ist die Sanytron Astrion?
Die Astrion ist keine klassische Universalfernbedienung, die Fernseher, Receiver und andere Geräte direkt per Infrarot steuert. Sie wurde speziell als Fernbedienung für Home Assistant entwickelt. Alle Geräte und Funktionen, die ich damit steuern möchte, müssen deshalb in Home Assistant vorhanden sein.
Das gefällt mir grundsätzlich sehr gut. Die komplette Logik bleibt in Home Assistant. Vorhandene Entitäten, Szenen, Skripte und Automatisierungen lassen sich weiterverwenden. Ich muss keine zweite Smart Home Logik auf der Fernbedienung pflegen und bin nicht von einer zusätzlichen Cloud des Herstellers abhängig.

Technische Daten der Astrion
| Display | 3,1 Zoll Touchscreen |
| Auflösung | 480 × 800 Pixel |
| Betriebssystem | Android 8.1 |
| Prozessor | MediaTek MT6580 |
| Arbeitsspeicher | 1 GB RAM |
| Interner Speicher | 8 GB |
| WLAN | 2,4 GHz |
| Akku | 2.000 mAh |
| Laden | Ladestation mit USB C Anschluss |
| Verbindung | Direkt über die Home Assistant API |
Android 8.1 klingt im Jahr 2026 erst einmal ziemlich angestaubt. Im Alltag fällt das aber weniger stark auf, als ich erwartet hatte. Das System reagiert flüssig, der Touchscreen arbeitet sauber und die für die Fernbedienung entwickelte Oberfläche läuft stabil. Mehr Leistung würde für den vorgesehenen Einsatzzweck kaum einen sichtbaren Vorteil bringen.
Weniger zeitgemäß ist die Beschränkung auf 2,4 GHz WLAN. Für eine Fernbedienung ist das technisch kein großes Problem und kann bei der Reichweite sogar vorteilhaft sein. Trotzdem hätte ich bei einem neuen Produkt zumindest zusätzlich 5 GHz erwartet.
Touchscreen und physische Tasten
Der größte Vorteil der Astrion ist für mich die Kombination aus Touchscreen und echten Tasten. Über das Display kann ich verschiedene Seiten und Geräte aufrufen. Häufig verwendete Funktionen lassen sich gleichzeitig auf physische Tasten legen.
So kann ich beispielsweise meine Hauptbeleuchtung direkt schalten, ohne zuerst durch ein Menü zu navigieren. Auch Szenen oder Skripte lassen sich über die Tasten auslösen. Gerade vom Sofa aus ist das wesentlich schneller als das Entsperren des Handys, das Öffnen der Home Assistant App und die Suche nach dem passenden Dashboard.
Die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck. Die Fernbedienung liegt gut in der Hand, die Tasten haben einen klaren Druckpunkt und auch die Ladestation wirkt stabil. Zum Testzeitpunkt lag der Preis bei rund 145 Euro. Im Vergleich zu anderen Smart Home Fernbedienungen ist das durchaus fair.
Einrichtung mit Home Assistant und RosCard
Für die Verbindung mit Home Assistant wird keine zusätzliche Smartphone App benötigt. Die Astrion verbindet sich direkt mit der Home Assistant API. Dafür muss sie sich im gleichen Netzwerk wie dein Home Assistant Server befinden.

- Die Astrion einschalten und als Sprache Englisch auswählen.
- Die Fernbedienung mit dem WLAN verbinden.
- In deinem Home Assistant Benutzerprofil einen langlebigen Zugriffstoken erstellen.
- Die auf der Astrion angezeigte IP Adresse mit Port 8080 im Browser öffnen.
- Die Adresse deines Home Assistant Servers und den Zugriffstoken eintragen.
- RosCard über HACS als benutzerdefiniertes Dashboard Repository installieren.
Bei der Sprachauswahl stehen nur Englisch und Chinesisch zur Verfügung. Die Android Systemeinstellungen sollten nicht auf Deutsch umgestellt werden. In meinem Test wechselte die Oberfläche dadurch auf Chinesisch. Die englischen Menüs sind allerdings überschaubar und sollten auch mit geringen Englischkenntnissen kein großes Hindernis darstellen.



