Zwei Jahre lang war der Mammotion YUKA mein Daily Driver im Garten. Entsprechend neugierig war ich, ob sich der LUBA 3 AWD wirklich wie eine neue Generation anfühlt oder ob hier vor allem bekannte Technik in einem anderen Gehäuse steckt. Mein größtes Fragezeichen stand dabei nicht hinter dem Allradantrieb, sondern hinter der automatischen Kartierung. Unser Garten ist alles andere als eine rechteckige Testfläche.
Getestet habe ich den LUBA 3 AWD 3000. Im Artikel findest Du vor allem die technischen Grundlagen und die Unterschiede zwischen den drei Modellen. Im Video siehst Du, wie sich der Mähroboter bei der Einrichtung, an schwierigen Rasenkanten, auf der Obstwiese und bei meinen Hindernistests tatsächlich geschlagen hat.
Drei Modelle, zwei Navigationskonzepte
Den LUBA 3 AWD gibt es für Flächen bis 1.500, 3.000 und 5.000 Quadratmeter. Alle drei Varianten besitzen Allradantrieb, LiDAR, zwei Kameras und das gleiche 400 Millimeter breite Schnittsystem. Trotzdem ist der 1500er nicht einfach nur ein Modell mit kleinerem Akku.
Die wichtige Abgrenzung: Der LUBA 3 AWD 1500 navigiert mit 360 Grad LiDAR und Dualkamera. Er nutzt standardmäßig kein NetRTK und bezieht daher auch keine RTK Korrekturdaten über Mammotions iNavi Dienst. Nur der LUBA 3 AWD 3000 und 5000 kombinieren LiDAR, Kameras und NetRTK. Mammotion nennt dieses Zusammenspiel Tri Fusion Positionierung. Eine eigene RTK Antenne ist für den Betrieb bei keinem der drei Modelle erforderlich. Eine kompatible physische RTK Referenzstation kann bei Bedarf trotzdem verwendet werden.
| Technische Daten | LUBA 3 AWD 1500 | LUBA 3 AWD 3000 | LUBA 3 AWD 5000 |
|---|---|---|---|
| Maximale Rasenfläche | 1.500 m² | 3.000 m² | 5.000 m² |
| Positionierung | LiDAR und Dualkamera | LiDAR, Dualkamera und NetRTK | LiDAR, Dualkamera und NetRTK |
| Maximale Anzahl Zonen | 15 | 30 | 50 |
| Akkukapazität | 9,4 Ah | 12 Ah | 15 Ah |
| Leistung der Mähmotoren | 88 W | 165 W | 165 W |
| Laufzeit pro Ladung | bis 135 Minuten | bis 175 Minuten | bis 215 Minuten |
| Ladezeit | ca. 90 Minuten | ca. 120 Minuten | ca. 145 Minuten |
| Mähleistung pro Stunde | bis 400 m² | bis 500 m² | bis 500 m² |
Beim 3000er und 5000er liegt der technische Unterschied vor allem im Akku und in der freigegebenen Flächengröße. Beide besitzen 165 Watt starke Mähmotoren und erreichen laut Hersteller bis zu 500 Quadratmeter pro Stunde. Der 1500er kommt mit 88 Watt und bis zu 400 Quadratmetern pro Stunde aus. Für einen verwinkelten Garten ist außerdem die Zahl der Zonen relevant. Sie steigt von 15 über 30 auf maximal 50.
LiDAR, Kameras und NetRTK: Was macht was?
Der LiDAR Sensor sitzt oben auf dem Gerät und tastet die Umgebung mit Laserimpulsen ab. Laut Mammotion deckt er horizontal 360 Grad und vertikal 59 Grad ab, erreicht bis zu 70 Meter und verarbeitet 200.000 Messpunkte pro Sekunde. Daraus entsteht eine räumliche Karte aus festen Strukturen wie Hauswänden, Hecken, Bäumen oder Zäunen. Anders als eine Kamera ist LiDAR nicht auf sichtbares Tageslicht angewiesen.

Die beiden Kameras ergänzen diese Geometriedaten. Sie helfen dem Roboter, Objekte zu klassifizieren und seine Umgebung semantisch zu verstehen. Mammotion nennt mehr als 300 erkennbare Hindernisarten und einen KI Chip mit 10 TOPS Rechenleistung. Solche Herstellerangaben sagen allein noch wenig darüber aus, wie zuverlässig ein Gegenstand im echten Garten erkannt wird. Genau deshalb habe ich dem Thema im Video einen eigenen Praxistest gewidmet.
Beim 3000er und 5000er kommt NetRTK über den iNavi Service hinzu. Die Korrekturdaten kommen über das Internet, sodass keine lokale RTK Basisstation montiert werden muss. Laut Mammotion bleibt iNavi für die Lebensdauer des Geräts kostenlos. Dafür ist allerdings eine Datenverbindung erforderlich.
Wer lieber eine eigene Referenz vor Ort nutzt, kann den LUBA 3 AWD mit einer kompatiblen physischen RTK Referenzstation betreiben. Diese kann klassisch per Kabel direkt über die Ladestation versorgt oder unabhängig platziert und über die Mammotion Cloud eingebunden werden. LiDAR und Kameras bleiben in beiden Fällen mehr als eine Ergänzung. Sie ermöglichen die Navigation auch in Bereichen, in denen Satellitenempfang oder die Datenverbindung nicht ideal sind.
Automatische Kartierung im schwierigen Garten
Bei der Autokartierung war ich ehrlich gesagt skeptisch. Unser Rasen grenzt teilweise direkt an Beete, Sträucher und andere grüne Flächen. Dazu kommen schmale Durchgänge und Stellen, an denen für einen Sensor nicht sofort eindeutig sein dürfte, wo Rasen endet und Beet beginnt. Ich hatte deshalb fest damit gerechnet, die Fläche nach einem ersten Versuch noch einmal manuell abzufahren.
Der LUBA fährt die Fläche für die Erfassung systematisch Bahn für Bahn ab. Das dauert und wirkt zunächst deutlich langsamer als das bekannte manuelle Umfahren der Rasenkante. Dafür entsteht die Karte weitgehend ohne Eingriff. In meinem Garten war das Ergebnis überraschend brauchbar. Ich habe die automatisch erzeugte Karte tatsächlich behalten. Das ist für mich einer der Punkte, an denen der LUBA 3 im Alltag am deutlichsten zeigt, was die neue Sensorik bringt.
Perfekt ist die Funktion nicht. Niedrige Randsteine erkennt das System als Grenze und plant die Fläche entsprechend vorsichtig. Das schützt zwar angrenzende Bereiche, kann aber bedeuten, dass ein schmaler Grasstreifen stehen bleibt. Wer möchte, dass der Mäher mit einem Rad über einen bündigen Stein fährt, muss solche Details derzeit manuell kartieren. Auch eine bereits erfasste große Zone lässt sich in der App nicht nachträglich teilen. Für mich wäre genau das eine sinnvolle Ergänzung.
Allradantrieb und Schnittsystem
Der LUBA 3 AWD bringt 19 Kilogramm auf die Waage und treibt alle vier Räder an. Die Pendelachse hilft, Bodenkontakt zu halten, wenn der Untergrund uneben wird. Mammotion gibt eine maximale Steigung von 80 Prozent beziehungsweise 38,6 Grad an. Das ist ein Laborwert unter passenden Bedingungen, zeigt aber, in welcher Geräteklasse wir uns bewegen.
Auf meiner Obstwiese waren weniger extreme Steigungen das Problem als weicher Boden, Löcher und langes Gras. Genau dort fühlt sich der Allradantrieb sinnvoll an. Der Roboter wirkt nicht einfach nur kräftiger als mein YUKA, sondern kann seine Kraft kontrollierter auf den Boden bringen. Wie er sich dabei konkret verhalten hat und an welchen Stellen ich selbst überrascht war, lässt sich im bewegten Bild deutlich besser beurteilen als anhand einer technischen Tabelle.
Gemäht wird mit zwei Tellern und jeweils sechs frei beweglichen Klingen. Zusammen ergeben sie 400 Millimeter Schnittbreite. Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch zwischen 25 und 70 Millimetern einstellen. Auch die Drehzahl der Mähmotoren kann in drei Stufen gewählt werden. Das ist praktisch, wenn sich Zierrasen und höher gewachsene Nebenflächen deutlich unterscheiden.
- Abmessungen: 690 × 533 × 279 mm
- Minimale Durchfahrtsbreite: 70 cm
- Schutzart: IPX6
- Geräuschpegel: maximal 70 dB
- Verbindungen: Bluetooth, WLAN und 4G
- Garantie: drei Jahre





